Studieninteressierte

Johann Wolfgang Goethe Universität

Die Johann-Wolfgang-Goethe-Universität oder einfach Goethe-Universität wurde 1914 von Frankfurter Bürgern gegründet und eröffnet.
Mittlerweile zählt sie mit einer Studentenzahl von ca. 41.000 zu der fünftgrößten Universität in Deutschland. Nach dem Shanghai-Ranking belegt die Universität sogar Platz 100 weltweit und das CHE und die Exzellenzinitiative zählen die Universität zu eine der forschungsstärksten Hochschulen.
Es lehren und forschen hier über 500 Professoren.
Die Universität umfasst 16 Fachbereiche und es werden derzeit 170 Studiengänge angeboten.
Diese sind auf 4 große Universitätsgelände verteilt:

  • Campus Bockenheim: Hier befinden sich die Sprach- und Kulturwissen-schaften, Gesellschaftswissenschaften uvm.
  • Campus Riedberg: Hier sind die Studiengänge der Pharmazie, Physik, Biowissenschaften, Geowissenschaften, Biochemie und Chemie angesiedelt
  • Campus Westend: Rechtswissenschaften und Wirtschaftswissen-schaften, aber auch Studiengänge wie Theologie und Philosophie sind hier anzutreffen
  • Campus Niederrad: Dies ist der Campus für die Mediziner, direkt am Universitätsklinikum Frankfurt gelegen.

Eine Besonderheit der Goethe-Universität ist, dass diese sogenannte Exzellenzcluster besitzt. Exzellenzcluster werden von der Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder zur Förderung von Wissenschaft und Forschung an deutschen Hochschulen eingeführt und dienen der Förderung der Forschung eines Themenkomplexes. Jährlich wird dies mit rund 6,5 Millionen Euro subventioniert.
Insgesamt 3 Exzellenzcluster sind an der Goethe-Universität angesiedelt:

Das „Exzellenzcluster Macromolecular Complexes“ ist ein interdisziplinäres Forschungszentrum der Goethe-Universität in Zusammenarbeit mit dem Max-Planck-Institut für Biophysik und dem Max-Planck-Institut für Hirnforschung. Ziel des Forschungszentrums ist es ein besseres Verständnis von makromolekularen Komplexen durch Strukturaufklärung und damit verbundene Mechanismen und Funktionen dieser Komplexe zu erhalten. Durch den Exzellenzcluster hat die Uni Frankfurt sieben weitere Professuren für den naturwissenschaftlichen Bereich bekommen.

Das Biochemie Studium

Was ist Biochemie?

Die Biochemie ist die „Chemie des Lebens“. Sie befasst sich mit der Komplexität der Zelle, den Stoffwechselvorgängen im Organismus, der Kommunikation zwischen einzelnen Zellen oder sogar ganzer Organe. Chemische und physikalische Prozesse in Organismen wie Pflanzen, Tiere und Bakterien spielen hierbei eine wichtige Rolle.
Des Weiteren befasst sich die Biochemie mit der Aufklärung und Funktionsweise molekularer Strukturen und der Wirkungsweise von Medikamenten.

Was ist Biophysikalische Chemie?

Ein großer Teil deines Studiums ist die Biophysikalische Chemie. Diese befasst sich sowohl mit der Strukturaufklärung von Molekülen als auch mit der Charakterisierung von chemischen und biophysikalischen Vorgängen in und außerhalb der Zelle. Sie erklärt, warum gewisse Prozesse ablaufen, andere wiederum nicht und bezieht sich hierbei auf die Thermodynamik und die Kinetik von Reaktionen.
Wichtig sind in der Biophysikalischen Chemie die Methoden, besonders die Kernmagnetische Resonanz (NMR) Spektroskopie hier in Frankfurt.

Das Studium – Wissenswertes und Voraussetzungen

Das Biochemie-Studium wurde im Wintersemester 10/11 auf einen Bachelor-/Masterstudiengang umgestellt.

  • Regelstudienzeit: 6 Semester Bachelor of Science, im Anschluss 4 Semester Master of Science
  • Studienbeginn: nur zum Wintersemester
  • Zulassungsbeschränkung
  • Auswahlverfahren: Auswahl nach Abiturnote und anschließendem Auswahlgespräch

Voraussetzungen für ein Studium sind Grundkenntnisse in Chemie, Biologie, Mathematik und Physik. Hat man in einem oder gar in zwei Fächern seinen Leistungskurs gehabt, ist dies von Vorteil, jedoch nicht zwingend notwendig. Das erste Semester des Studiums versucht die Unterschiedlichen Kenntnisse der jeweiligen Fächer auszugleichen.
Des weiteren sind Englischkenntnisse erforderlich, da der größte Teil der Fachliteratur auf der englischen Sprache basiert und ihr später in den Arbeitskreispraktika oder in Praktika anderer Forschungsinstitute meist mit Menschen aus allen Ländern arbeiten werdet und hier natürlich überwiegend englisch gesprochen wird.
Interesse am Fach und Spaß an der praktischen Arbeit im Labor sind natürlich weitere Faktoren die nicht fehlen sollten.
Zitat PD Dr. Abele: “Wer gerne Kocht, ist meist auch gut im Labor“.
Ihr werdet im Studium häufig in Kleingruppen arbeiten, gemeinsam Aufgaben lösen, Vorträge halten und euch auf Prüfungen vorbereiten, weshalb es wichtig ist Teamfähigkeit zu besitzen.

1995 waren es jährlich ca. 10 Studenten die ein Biochemiestudium begannen und es gab 3 lehrende Professoren. Mittlerweile gibt es jährlich ca. 80 Studienplätze und 8 lehrende Professoren.
Die Zahl der Bewerber ist jedoch bedeutend größer.
Aufgrund dieser wachsenden Beliebtheit, hat man sich dazu entschlossen, dass neben dem Auswahlkriterium der Abiturdurchschnittsnote auch ein Auswahlgespräch zum Erhalt eines Studienplatzes beiträgt. Es werden ca. 300 Bewerber aufgrund ihrer Abiturnote ausgewählt und zu einem solchen Bewerbungsgespräch eingeladen.
Der Abiturdurchschnitt liegt derzeit bei 1,8. Dies ändert sich aber von Jahr zu Jahr.
Studienbewerber, Dozenten und bereits Studierende lernen sich bei diesem Auswahlgespräch kennen. Ein Studienbewerber wird mit zwei Professoren und einem Studenten ein Gespräch führen. Hierbei geht es nicht darum die Bewerber mit irgendwelchen speziellen Wissensfragen zu löchern, sondern darum, dass die Professoren deren Eignung und Motivation prüfen und einen Ausblick darauf geben, ob das Studium den Erwartungen des Bewerbers entspricht.
Man möchte dadurch erreichen, dass man motivierten Studenten die Möglichkeit gibt ein Studium zu absolvieren. Die Zahl der Studienabbrecher ist hierbei äußerst gering und rückläufig.

Studiumsinhalt

Das Studium vermittelt einem unter anderem die molekularen Grundlagen chemischer Reaktion, Wechselwirkungen in- und außerhalb der Zelle und vor allem in den ersten beiden Semestern die wichtigsten Grundlagen in Chemie, Physik, Mathematik und Biologie.
Die Vermittlung von theoretischem Wissen, welches man in den Vorlesungen erhält ist eng verbunden mit dem praktischen Arbeiten, welches durch viele Praktika gewährleistet wird, die sich durch das ganze Studium ziehen. Ob dies nun interne Arbeitskreispraktika sind oder Praktika in Forschungseinrichtungen wie dem Georg-Speyer-Haus, dem Paul-Ehrlich-Institut oder dem Max-Planck-Institut für Biophysik.
Ihr erhaltet eine praktische Ausbildung in biochemischen, zellbiologischen und biophysikalischen Techniken. Hier stehen einem Zugangsmöglichkeiten zu modernen Techniken zur Verfügung, um nur eins zu nennen die NMR-Spektroskopie.
Wahlmöglichkeiten und Spezialisierungen auf bestimmte Teilgebiete werden vor allem im weiterführenden Masterstudiengang ermöglicht.

Zur Information gibt es hier den Stundenplan für das erste Semester.

Eine generelle Übersicht über die Fächer und die entsprechenden Creditpoints im Studium gibt der Studienplan – klicke hier.

Dozenten

Derzeit lehren acht Dozenten die Studierenden in den Bereichen Biochemie und Biophysikalische Chemie.

  • Prof. Pos (Biochemie – Membran-Transport-Maschinerien)
  • Prof. Dötsch (Biophysikalische Chemie – Signaltransduktion und NMR-Spektroskopie)
  • Prof. Güntert (Biophysikalische Chemie – Computerunterstützte Strukturbiologie)
  • Prof. Tampé (Biochemie – Zelluläre Biochemie)
  • Privatdozent Dr. Abele (Biochemie – Lysosomale Peptid-Translokation)
  • Jun.Prof. Ernst (Biochemie – Molekulare Membran Biologie)
  • Prof. Gottschalk (Biochemie – Molekulare Zellbiologie und Neurochemie)
  • Prof. Glaubitz (Biophysikalische Chemie – Biophysik von Membranproteinen und Festlörper-NMR-Spektroskopie)

Die Studentenschaft pflegt einen guten Kontakt zu den Professoren, jene nehmen sich auch den wichtigen Problemen der Studenten an.
Im späteren Studium werden auch Professoren aus verschiedenen Fachbereichen einzelne Veranstaltungen durchführen.

Und nach dem Studium?

90% der Absolventen beginnen eine 3-4 jährige Promotion, mit der oftmals ein Forschungsaufenthalt im Ausland als Postdoc inbegriffen ist.
Danach folgen entweder eine akademische Laufbahn oder eine Laufbahn in der Forschung und Entwicklung in der chemisch-pharmazeutischen Industrie.

Wie bewerbe ich mich?

Eure Bewerbungsunterlagen müsst ihr an die Johann-Wolfgang-Goethe-Universität richten. Genaueres findet ihr auf der Homepage der Hochschule unter http://www2.uni-frankfurt.de/35965159/online

Dekanat

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